Danke, Maus!

Ausstellung ist wieder geöffnet vom 16.05. - 13.09.2020
Eintritt: 3,00 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

 

Ob Bisons in Amerika, Hummeln in Belgien oder Kamele in der Mongolei, seit 30 Jahren richten die studierte Sozialarbeiterin und der Verhaltensforscher einen ganz besonderen Blick auf das Tier, das für die beiden zum fotografischen Lebensthema wurde. Heidi und Hans-Jürgen Koch bezeichnen sich selbst als Lebensform-Fotografen, eine sehr treffliche Bezeichnung, denn das Paar sieht sich ganz und gar nicht als klassische Tierfotografen. Sie richten ihren Fokus bewusst auf das Abseitige, das Unerwartete, und erzählen so bewegende Geschichten, die vor ihnen noch niemand erzählt hat.

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Wolfgang Behnken, legendärer Art Director des Wochenmagazins Stern, äußerte in seiner Laudatio zum Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie: „Die Kochs zeichnet der zweite Blick aus, das zu sehen, was andere übersehen.“
Ihren internationalen Durchbruch im Fotojournalismus hatten die Kochs 1990 mit einer Reportage über Hausmäuse, die im Stern unter dem Titel „Dass uns bloß NIE die Mäuse ausgehen“ erschien.

In der Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum zollen Heidi und Hans-Jürgen Koch der Labormaus, die eigentlich Menschenmaus heißen müsste, Tribut. Keinem anderen Lebewesen schuldet der Mensch so viel wie der Labormaus. Sie gibt ihr Leben für unser Leben. Sie ist der beste Freund des Menschen.

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Wir machen sie zu unserem Stellvertreter. Ist dies moralisch zu rechtfertigen - oder möglicherweise geradezu ethisch zwingend? Dieses Dilemma müssen wir aushalten. Tagtäglich werden in den Forschungseinrichtungen dieser Welt Legionen von Labormäusen als anonyme Masse, als Tiermaterial produziert und verbraucht. Das wissen wir alle. Aber wer kennt schon ihre Geschichte?

Die Fotografien zeigen authentische Labormäuse der Stämme DBA, BALB/c und C57Bl/6. „Wir wollten Ihnen ihr Gesicht zurückgeben, ihre Individualität, ihre Persönlichkeit. Letztlich handeln unsere Bilder von der Würde der Kreatur und dem Respekt vor ihr.“ So Heidi und Hans-Jürgen Koch, deren Werk vielfach preisgekrönt wurde. Neben dem Dr.-Erich-Salomon-Preis, der wohl wichtigsten Auszeichnung für publizistische Fotografie, die in Deutschland vergeben wird, wurden sie ausgezeichnet von World Press Photo Award, Lead Awards, BBC Wildlife Photographer of the Year, Hansel-Mieth-Preis, Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie, Alfred-Fried-Award u.a.m.

 

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© 2020, Wilhelm-Fabry-Museum Hilden