Meeresstille - Künstlerische Auseinandersetzung mit Leben und Werk eines Genies

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Die Gruppenausstellung „Meeresstille – Künstlerische Auseinandersetzung mit Leben und Werk eines Genies“, kuratiert von Karin Dörre, zeigt Werke von 12 Kunstschaffenden in Annäherung an den Komponisten Ludwig van Beethoven (1770–1827). Die Präsentation macht ihre zweite Station im Wilhelm-Fabry-Museum, zuvor wurde sie im BBK Düsseldorf präsentiert. In Hilden ist der künstlerische Fokus verstärkt auf den Aspekt der Taubheit des Musikgenies gelegt, da sich das Haus schwerpunktmäßig mit historischen und aktuellen medizinischen Themen auseinandersetzt, dabei geht es aktuell nicht zum ersten Mal ums Hören. 2007 wurde schon die Ausstellung „Wie bitte? Vom schlechten Hören und antiken Hörhilfen“ gezeigt, zu der die amerikanische Autorin Hannah Merker zu Gast war. Sie beschreibt in ihrem Buch „Listening“ sehr bewegend ihre persönliche Geschichte vom Verlust der Töne, verursacht durch einen Skiunfall, und wie sie sich in einer für sie verstummten Welt zurechtfindet. 2019/20 wurde die Ausstellung „Francisco de Goya und ‚Die Schrecken des Krieges'“ präsentiert. Der große spanische Maler verlor sein Gehör ebenfalls vollständig, so wie sein Zeitgenosse Ludwig van Beethoven.

Exklusiv nur in Hilden sind die Arbeiten der aus Köln stammenden Künstlerin Andrea Temming zu sehen. Sie lenkt in ihren figurativen Malereien die Aufmerksamkeit auf die soziale Isolation des gehörlos gewordenen Ludwig van Beethovens. Es ist eine intensive Beschäftigung mit der Außen- und Innenwelt, die uns alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler in mannigfaltiger Weise präsentieren. Sie visualisieren, warum Beethoven so zeitgemäß erscheint, und erschaffen für uns neue Erkenntnisräume, die versuchen, Ungehörtes sichtbar machen. Die Kunstschaffenden Mechthild Debbert-Hoffmann, Margareta Detering, Danisa Glusevic Ferreira, Sibylle Gröne, Katja Kölle, Mariele Koschmieder, Jan Masa, Wilfred H. G. Neuse, Christiane Rath, Knut Reinhardt, Klaus Stecher, Lili Yuan bedienen sich dabei vielfältiger Techniken und Medien.  

© 2020, Wilhelm-Fabry-Museum Hilden