Am Montag lebte sie noch. Amelie war etwas benommen, als die Kinder ins Fabry-Museum kamen, aber es sah aus, als könne man sie noch retten. Doch alle Versuche scheiterten. Am Dienstagmorgen war die Pappmaché-Amelie des Fabry-Museums ein Mordopfer, und die kleinen Detektive des Ferienprogramms „Mord im Museum" hatten ein Kapitalverbrechen aufzuklären.

aus: Rheinische Post vom 30.07.2011 von Jennifer Koch

 

Indizien und Spuren sammeln

2011-07-30-museumsmordWelches der Beweisstücke wohl zur Aufklärung des Mordes führt? Jan (ganz links) untersucht als Erstes den Kuchen und macht die Schnüffelprobe. Foto: Olaf StaschikEine Woche lang nahmen sie Spuren, suchten nach Indizien, ermittelten Todesursache und Mordmotiv. Roswitha Simon-Dickenscheid und Dr. Walther Enßlin begleiteten die Kinder auf der Spurensuche im Fabry-Museum. Am Montag ging es zunächst ins Naturgut Ophoven in Opladen. „Wir dachten zuerst, Amelie hätte Knollenblätterpilze gegessen", berichtete die neunjährige Hannah. „Deshalb sind wir nach Opladen gefahren, um dort ein Gegengift zu suchen."

Als die Kinder Amelie am nächsten Tag tot auffanden, schied die Pilzvergiftung aus – damit hätte sie noch fünf Tage gelebt. Also mussten die jungen Ermittler weiter nach Spuren suchen. Da war zum Beispiel ein Brief, der auf ein Versteck an der Itter hinwies. „Der Ausflug an die Itter hat mir besonders gut gefallen", sagte der siebenjährige Henry. „Wir haben Flusskrebse und Fische gefangen." Und im Versteck weitere Hinweise gefunden: das Motiv. Zumindest einen Hinweis darauf. Denn Bernd Morgner, stellvertretender Museumsleiter, hatte Geldprobleme. Eine seltene Sammlerschallplatte für 120.000 Euro hatte er gekauft und nicht bezahlt. Die Androhung der Zwangsvollstreckung fanden die Kinder im Versteck. Dann kam Morgner noch selbst am Donnerstag vorbei und brachte den endgültige Beweis: ein Stück Mohnkuchen.

Die Kinder wurden zu Wissenschaftlern, untersuchten den Kuchen mit Hilfe des ehemaligen Chemielehrers Enßlin und fanden heraus: Er war vergiftet. Am Freitag luden sie ihren nunmehr Hauptverdächtigen zum Gespräch. „Sie haben Amelie umgebracht", sagte Henry zu Morgner. Der zierte sich erst, gestand dann aber die Tat.

Gemeinsam mit dem überführten Mörder durften die Kinder gemeinsam noch den Höhepunkt der Ferienwoche erleben. Sie hatten sich Raketen gebaut, die durch Luftdruck fliegen konnten. Die ließen sie zum Abschluss fliegen.

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