"Identität – das bin ich" lautet der Titel der Fotoausstellung, die am Sonntag, 19. Juni, um 11 Uhr im Wilhelm-Fabry-Museum eröffnet wird.

aus: Rheinische Post vom 17.06.2011 von Bernd Schuknecht

Die Fotoarbeiten sind das kreative Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von Hildener Schülern - der Wilhelmine-Fliedner und der Wilhelm-Fabry-Realschule sowie der Musikschule - mit dem Wilhelm-Fabry-Museum im Rahmen des Comenius Regio Project 2009-2010. Aus einer Vielzahl von Bewerbern wurden letztlich 20 Schüler ausgewählt. Ebenso viele Schüler aus der Partnerstadt Warrington beteiligten sich an dem Fotoprojekt zum Themenkreis „Kunst, Sprache und kulturelle Identität".

2011-06-17-comenius2v.l.: Wolfgang Antweiler, Sandra Abend, RP-Foto: Anja TinterDer Ausstellungstitel mag vordergründig Selbstbewusstsein ausstrahlen, doch bei genauerer Betrachtung reflektieren die Bilder weniger ein ausgeprägtes Identitätsprofil als vielmehr die Dynamik der aufregenden Suche nach der eigenen Identität. „Bevor es mit dem Fotografieren ernst wurde, gab es einen Workshop, in dem die Schüler mit Theorie und Praxis des Fotografierens vertraut gemacht wurden", sagte Dr. Sandra Abend, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Wilhelm-Fabry-Museums und Projektleiterin. Das Foto-Wissen vermittelte Michael Ebert. Der Fotograf und ehemalige Dozent für Bildjournalismus an der GH Gelsenkirchen hat auch die Portraits der jungen Fotokünstler fotografiert. Beim Blick auf das eigene Ich spielen viele Faktoren eine Rolle. Das Bewusstsein ändert sich und damit auch die Wahrnehmung der Umgebung, zu der letztlich immer auch die eigene Person in Beziehung steht. Ist-Zustand und Wunsch-Zustand der eigenen Person treten in Konkurrenz, wobei beide Zustände eine äußere und innere Komponente haben.

So hat sich Adriana Striche auf den Leib gemalt, die an Markierungen für eine Schönheits-OP erinnern. Vielleicht ist es typisch, dass gerade attraktive Mädchen mit ihrem äußeren Erscheinungsbild hadern. Die kleineren Bilder thematisieren die Relevanz von Freundschaft und die Hoffnung, die von der Natur selbst in trostloser Umgebung ausgeht. Adriana steht zu ihren Zweifeln. Peter versucht diese lieber über markige Sprüche wie „Sei immer besser als gestern" (Will Smith) zu kaschieren. Das „Carpe diem" zieht sich wie ein roter Faden durch mehrere Äußerungen, ebenso wie eine Tendenz zu wertkonservativem Denken.

Die Hildener Schüler werden zur Eröffnung der Ausstellung im Warrington Museum & Art Gallery fahren. In Hilden ist die sehenswerte Ausstellung noch bis zum 28. August, jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums, zu sehen.

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