Kinder in der Kreativwerkstatt

Darius (8) sitzt voller Tatendrang mit einer Heißklebepistole auf dem Boden des ehemaligen Fassraums im Wilhelm-Fabry-Museums vor seinem begriffenen Kunstwerk. Noch ist es nicht fertig. Doch dies solle es nun werden ...

aus Rheinische Post vom 20.03.2008 von Linda Gottschalk

 

2008-03-20-KiKuWoDarius (8) sitzt voller Tatendrang mit einer Heißklebepistole auf dem Boden des ehemaligen Fassraums im Wilhelm-Fabry-Museums vor seinem begriffenen Kunstwerk. Noch ist es nicht fertig. Doch dies solle es nun werden. „Das wird eine Flamme", erklärt er stolz. „Die male ich nachher noch rot an." Vor ihm steht ein umgedrehter schwarzer Hocker, auf dessen Sitzfläche eine Konstruktion aus Holz montiert ist.

Bildhauer Jochen Schwab betreut hier die Jungen und Mädchen und lässt ihnen weitestgehend freie Hand bei der Objekt-Gestaltung, damit sie ihre Fantasie entwickeln lernen und die Ideen auf ihre Machbarkeit hin prüfen können. Als Arbeitsmaterial stehen den jungen Künstlern Maschendraht, Pappe, Kleister, Sackleinen und Dachlatten zur Verfügung.

Der Fantasie freien Lauf lassen

Eine Etage höher geht es tierisch zu. Zum Thema Zoo handwerken hier Jungen und Mädchen unter der Aufsicht von Doris Klepper mit Ton und formen ihre Lieblingstiere. „Das ist ein kleiner Elefant", erklärt Charlotte und deutet auf ihr Kunstwerk. Die Elfjährige ist eine der „Wiederholungstäter", die sich hier tummeln. „Weil ich es letztes Jahr so toll fand, mache ich wieder mit", erzählt sie. Neuling ist dagegen die ebenfalls neunjährige Delia. Sie hat einen Luchs auf einem Urwalduntergrund modelliert. „Kunst ist mein Lieblingsfach in der Schule", berichtet sie. Auf dem Boden trocknen bereits Krokodile, Leoparden, Giraffen und Bären, damit sie vor dem Brennen noch bemalt werden können.

Ebenso farbenfroh geht es im Gebäude gegenüber zu. In der alten Kornbrennerei marmoriert eine dritte Gruppe mit Razeea Lindner Papier. Vorsichtig besprenkelt Anja die Mischung aus Kleister und Terpentin mit Lila-Ölfarbe und formt mit einem Holzstäbchen aus den auf der Oberfläche schwimmenden Farbtropfen ein Muster. Dann legt die Elfjährige behutsam ein Blatt Papier darauf und fischt es anschließend heraus, um es zum Trocknen aufzuhängen. „Cool", lautet der Kommentar von Niko (9), der das Schauspiel aufmerksam verfolgt hat.

Eigene Spiele entwickeln

Im Dachstuhl stellen die Kinder mit Michaela Fröhling Spielboxen her, die dann mit selbst gebastelten und selbst ausgedachten Spielen gefüllt werden. „Mein Spiel heißt 'Gut und Böse'", erzählt Helen. Das Spielbrett und die Anleitung hat die Zehnjährige selbst gestaltet. „Am dritten Tag bekommen die Kinder meist einen richtigen Kreativitätsschub", berichtet Pädagogin Fröhling. Sie will den Kindern vor allem auch Anregungen für zu Hause geben, damit sie auch dort künstlerisch aktiv werden - selbst wenn wieder Schule ist.

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