Interview mit Dr. Wolfgang Antweiler und Gisela Kleinen-Piel über das kulturelle Kinderferienprogramm

Bilder mit Kreiden und Händen malen wie in der Steinzeit oder sogar einen Mordfall aufklären: Die Kinder- und Jugendkunstschule bietet für Jungen und Mädchen gemeinsam mit dem Wilhelm-Fabry-Museum ein spannendes Ferienprogramm an.

 

2008-06-13-FerienprogrammSkulpturen wie Niki de Saint Phalle kreieren, einen skurrilen Mordfall aufklären oder Radierungen anfertigen: Dr. Wolfgang Antweiler und Gisela Kleinen-Piel haben ein spannendes Programm vorgelegt. Foto: Anja TinterÜber Ideen und Zielsetzung sprach RP-Redakteurin Petra Czyperek mit Gisela Kleinen-Piel (50), stellvertretende Leiterin des Kulturamtes, und Dr. Wolfgang Antweiler (54), Leiter des Wilhelm-Fabry-Museums.

aus Rheinische Post vom 13.06.2008

Das Sommerferienprogramm liest sich sehr anspruchsvoll. Welches Publikum möchten Sie erreichen?

Kleinen-Piel Wir wollen schon möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen. Bis 1998 gab es in Hilden kein entsprechendes Angebot. Ich habe damals meine Tochter zu einer privaten Kunstschule nach Haan gebracht.

Ihr Ferienprogramm ist aber doch sehr speziell. Malkurse, wie beispielsweise an der Volkshochschule, gibt es bei Ihnen nicht.

Antweiler Das ist schon richtig. Wir möchten die Kinder an Kunst heranführen. Natürlich steht der Spaß im Vordergrund. Aber die Teilnehmer sollen auch etwas mitnehmen. Im Kursus Radierungen mit Hans-Joachim Uthke lernen die Mädchen und Jungen Techniken kennen, die sie in der Schule nicht vermittelt bekommen, weil es sehr aufwändig ist. Deshalb sind die Kurse für maximal zehn bis zwölf Kinder angelegt. Teilweise ist eine Betreuerin dabei, damit die Künstler genug Zeit haben, auf die Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen.

Sind dafür Vorkenntnisse notwendig?

Antweiler Im Prinzip kann jeder mitmachen. Sie sehen aber schon an den Altersangaben - bei der Höhlenmalerei ab sechs Jahren, die Radierungen sind für Kinder ab acht Jahren- , dass die motorischen Fähigkeiten ausgereift sein müssen.

Wer hat das Konzept für die Ferienkurse entwickelt?

Antweiler Die Ausgangsidee war es, speziell für Kinder Angebote im Museum zu machen. Sie sind schließlich die Museumsbesucher von morgen. Das Ganze steht auf drei Säulen. Wir haben im Museum die Kinder-Artothek, die sich an einzelne aber auch an Schulklassen und Kindergärten richtet. Dann gibt es die Ferienaktionen. Außerdem bieten wir in der Kunstschule (KuKuk) Kurse während der Schulzeit an. Wichtig ist, dass die Kinder aktiv werden, das hält das Interesse über die Pubertät hinaus wach.

Meistens sind es doch die Eltern, die ihren Nachwuchs anmelden. . .

Kleinen-Piel Nicht unbedingt. Das spricht sich auch unter den Kindern rum. Die Mädchen erzählen ihren Freundinnen davon, und die möchten beim nächsten Mal auch dabei sein. Das ist eine gute Werbung, weil es natürlich viele Kinder gibt, die von zu Hause aus nicht unbedingt künstlerisch gefördert werden. Die erreichen wir so auch.

Das ist interessant

Antweiler Viele bringen ihre jüngeren Geschwister mit. Die Frage, was wir nächstes Mal machen, wird häufig gestellt.

Die Gruppenstärke ist mit acht bis zehn Kindern überschaubar.Die Kosten für die einwöchigen Kurse sind mit 50 bis 70 Euro aber auch recht hoch.

Antweiler Das ist so. Mit dem Beitrag decken wir unsere Ausgaben. Nicht eingerechnet sind beispielsweise Vorbereitungen und Gespräche mit den Künstlern. Natürlich haben wir qualifizierte Kursusleiter. Es ist eben keine Freizeitbespassung.

Welche Kurse sind gefragt?

Kleinen-Piel Der Zirkusbesuch mit Henriette Astor beispielsweise. Dort wird alles, was zum Zirkus gehört, gemalt, gezeichnet und in kleinen Bühnenkästchen mit vielen verschiedenen Materialien dargestellt. Für den „Mord im Fabry-Museum", bei dem Kinder einen skurrilen Fall mit naturwissenschaftlichen Methoden aufklären, gibt es sogar eine Warteliste.

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