Wilhelm-Fabry-Museum Summer School

Spannend inszeniert und bis ins Detail durchgeplant ist die Ferienaktion im Wilhelm-Fabry-Museum. Die Teilnehmer suchen den Mörder einer reichen Dame, die im Glücksspiel gewonnen hat. Das Motiv: Mord aus Habgier.

aus Rheinische Post Hilden, 06.08.2008, von Sophie vom Stein


2008-08-06Die kleinen Umweltdetektive nehmen Wasserproben und suchen im Rahmen der Ferienaktion „Mord im Fabry Museum" nach dem Täter. Foto: Olaf Staschik
Eine Leiche sitzt im Fabry-Museum und von der Polizei ist weit und breit keine Spur. Es gilt, einen Mordfall aufzuklären. Die zwölf Ermittler sind Kinder der dritten bis achten Klasse. Das Wilhelm-Fabry-Museum bietet diesen Sommer, neben den alljährlichen Kunstkursen, zum ersten Mal einen Ferienkurs an, in dem es um die Aufklärung eines fiktiven Mordes geht. Die Nachfrage war unerwartet groß, der Kurs sofort ausgebucht. Viele begeisterte Detektive haben sich gefunden, die nur mit einem Laborkoffer ausgerüstet die Herausforderung auf sich genommen haben. Unter Leitung von Oberdetektiv Dr. Walther Enßlin, pensionierter Chemielehrer, sollen die Kinder mit naturwissenschaftlichen Methoden die Todesursache einer reichen Dame ermitteln. Der Verdacht: Mord aus Habgier - die Dame hatte kürzlich mehrere Millionen im Glücksspiel gewonnen.

„Es macht unglaublich viel Spaß mit den Kindern unterwegs zu sein" schwärmt Enßlin, der seit 26 Jahren die Chemie AG am Helmholtz-Gymnasium leitet und den Mord bis ins Detail inszenierte. Eine Woche haben die acht- bis zwölfjährigen Ermittler jetzt Zeit, den Tod der Dame aufzuklären. An einem Tisch sitzend, vor sich eine Flasche Wasser, mehrere Kräuter und einen langen Abschiedsbrief , so war die Frau aufgefunden worden. Zunächst besuchte man die Gemächer der Verstorbenen auf dem Wasserschloss in Opladen. Gestern führten die Ermittlungen an die Itter. Hier untersuchten die Detektive, ob die reiche Dame möglicherweise mit Itterwasser vergiftet wurde. „Hier stinkt's" schimpften die Ermittler, als sie sich nach einer kurzen Besichtigung des Klärwerks mit zugehaltener Nase vorbei an den großen Klärbecken und Sandfangmaschinen bis zum Wasserablauf in die Itter schoben. Obwohl das Gedränge am Flussufer groß war, blieben alle Ermittler sicher und trocken am Ufer. Geschickt hantierten die Detektive mit Chemikalien, Bechern und Messgeräten und bestimmten Salz- und Sauerstoffgehalt des Baches. Der ph-Wert lag mit 7,3 zwar im normalen Bereich, ob das Wasser jedoch frei von Bakterien ist, bestätigten die Ermittler vorerst nicht. Todesursache war das Itterwasser Getränk mir großer Wahrscheinlichkeit nicht.

Am Montag hatte man bereits die Kräuter untersucht, welche die Verstorbene vor ihrem Tode zu sich genommen hatte. Der Befund: nicht giftig. Im Gegenteil. Die Detektive haben das Grünzeug als Salat zubereitet und so gestärkt ihre Untersuchungen fortgesetzt. Als nächstes werden sie sich mit der Analyse von Fingerabdrücken und der Sicherung von Blutspuren beschäftigen. Genaue Angaben zur Todesursache konnten die Ermittler bis heute noch nicht machen.