Als Einstimmung auf die 16. Hildener Jazztage zeigt das Wilhelm-Fabry-Museum ab Samstag eine Ausstellung des Fotografen Zbigniew Lewandowski. Fast alle Fotos der Schau wurden in Hilden aufgenommen.
aus: Rheinische Post vom 05.05.2011 von Barbara Steingiesser

 

2011-05-05lewandowskiDer Fotograf Zbigniew Lewandowski ist Dauergast auf Jazzkonzerten in Hilden. Jetzt zeigt er 40 seiner besten Aufnahmen im Museum. RP-Foto: Anja TinterMan hat ihn in Hilden schon oft gesehen. Wenn es hochkarätige Jazzmusik zu hören gibt, kann man fast darauf wetten, dass er sich diese Gelegenheit nicht entgehen lässt: Zbigniew Lewandowski. Seien es die Veranstaltungen während der Jazztage, die Konzerte der Reihe „Jazz um drei" bei QQTec oder die „Blue Monday"-Sessions im „Blue Note"-Club: Immer ist Lewandowski mit der Kamera zur Stelle.

„Ich habe ihn beobachtet", sagt Bernd Morgner, stellvertretender Leiter des Fabry-Museums. „Er läuft nicht gleich zur Bühne, macht seine Fotos und ist verschwunden, sondern er pirscht sich heran wie ein Tiger, geht von links nach rechts und von rechts nach links, immer in Bewegung." Das Fabry-Museum zeigt jetzt mehr als 40 großformatige, beeindruckend brillante Farbfotos von Lewandowski.

„Man muss zur rechten Zeit auf den Auslöser drücken", sagt der Fotograf. Da ist etwa der Moment, in dem der ungarische Saxofonist Tony Lakatos beim „Jazz im Park" gen Himmel schaut und mit gespitzten Lippen ein Liedchen zu pfeifen scheint. Oder die Sekunde, in der sich Norma Winstone, die große Dame des britischen Jazzgesangs, mit freundlichem Lächeln dem Bassklarinettisten Klaus Gesing zuwendet.

Bereits als Teenager hat der in Polen geborene Zbigniew Lewandowski mit dem Fotografieren begonnen. Seine Mutter ermöglichte ihm die Teilnahme an einem Foto-Kursus. Den leitete Marek Karewicz, der wohl bedeutendste polnische Jazzfotograf, dessen Aufnahmen auf vielen Plattencovern zu sehen sind. Karewicz führte Lewandowski in die Geheimnisse der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie ein.

Jahrzehnte später traf Lewandowski, der seit 1977 in Deutschland lebt, seinen früheren Lehrer in dessen Warschauer Jazzclub wieder. „Du hast Talent", sagte Karewicz und fragte ihn: „Warum fotografierst Du nicht mehr?" Das nahm Lewandowski zum Anlass, sich auf Jazzmusiker zu spezialisieren. Rund 500 Konzerte hat er in den letzten sechs bis sieben Jahren fotografisch dokumentiert.

Für Jazzfreunde lohnt sich ein Besuch der Ausstellung doppelt: Man kann sich an der Ästhetik der Bilder erfreuen - am Spiel mit farbigen Kontrasten, Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe - und erinnert sich zugleich an großartige Momente mit Sheila Jordan, Joachim Kühn oder Ack van Rooyen. Der Titel bringt es auf den Punkt: „It happened in Hilden".

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