Interview mit Dr. Wolfgang Antweiler

Dr. Wolfgang Antweiler begrüßt die Neubaupläne für das Wilhelm-Fabry-Museum an der Ecke Benrather Straße/Ellerstraße. Über die Kosten wird noch nicht gesprochen.

aus: Rheinische Post vom 11.11.2008 von Petra Czyperek

 

museumshofDas Wilhelm-Fabry-Museum mit der historischen Kornbrennerei soll ein neues Domizil bekommen. Foto: Olaf StaschikDie Politiker im Stadtentwicklungsausschuss beraten morgen über den städtebaulichen Entwurf zur Erweiterung des Wilhelm-Fabry-Museums. Über die Pläne, das Museum an der Ecke Eller-/Benrather Straße neu zu errichten, sprach RP-Redakteurin Petra Czyperek mit Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler.

 

Bisher sah die Planung vor, das Haus am bisherigen Standort zu erweitern. Wie beurteilen Sie die neue Marschrichtung?

Antweiler: Über diesen Vorschlag bin ich sehr froh. Er eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Seit vielen Jahren gibt es den Wunsch, das Museum zu vergrößern. An der Ecke Benrather Straße/Ellerstraße eröffnen sich ganz andere Möglichkeiten - sowohl für das Museum, als auch aus städtebaulichen Aspekten.

Wie viel Platz mehr als bisher braucht das Wilhelm-Fabry-Museum denn?

Antweiler: Wir brauchen mehr Ausstellungsfläche, um einerseits die medizinhistorische Sammlung dauerhaft zu präsentieren und weiterhin das erfolgreiche Veranstaltungsprogramm durchzuführen. Vor allem aber soll das Museum zu einem modernen, kulturellen Lernort weiterentwickelt werden.

Müsste die Museumsfläche doppelt so groß sein wie im Altbau?

Antweiler: Schon bei den studentischen Entwürfen der Fachhochschule Düsseldorf hatte das geplante Museum mehr als doppelt so viel Fläche. Die Sammlung könnte attraktiv inszeniert und in moderner Form präsentiert werden. Und es bietet sich dann die Möglichkeit, ein innovatives Museumskonzept umzusetzen.

Warum ist denn das kürzlich vorgestellte Konzept der FH Düsseldorf jetzt doch nicht gewünscht?

Antweiler: Bei den im September vorgestellten Entwürfen handelt es sich ja nicht um ein Konzept der Fachhochschule, sondern um Ideen von Studierenden, die sie in Form von Diplomarbeiten vorgestellt haben. Die Aufgabe lautete, Vorschläge für einen Neubau am bisherigen Standort zu machen. Diese Aufgabe haben sie auch gut gelöst. Der städtebauliche Entwurf des Baudezernenten nimmt im Gegensatz dazu nun die gesamte Ecke Benrather Straße/Ellerstraße mit den beiden leerstehenden Gebäuden, dem griechischen Club und der Löwen-Apotheke, in den Blick. Die Ideen der Studenten fließen dabei durchaus in die weitere Planung mit ein. Für das Museum ist es die einmalige Chance, aus der Hinterhofsituation herauszukommen. Über die Kreuzung am Gressard-Platz, an der die großen Verkehrsstraßen zusammenlaufen, fahren täglich mehr als 20000 Autos. Ein neues Museum an dieser Ecke wird von vielen Menschen wahrgenommen und ist sicherlich ein Aushängeschild für die Stadt Hilden. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Bahnhofs würde die gesamte nördliche Unterstadt aufgewertet.

Inwieweit hatten Sie Einfluss auf den Bürgerantrag des Museums- und Heimatvereins?

Antweiler: Ich habe mehrfach in Gesprächen gesagt, dass ich mir einen Neubau an der Ecke sehr gut vorstellen kann. Das ist offenbar aufgenommen worden. Froh bin ich darüber, dass die Ideen und Anregungen des Museums- und Heimatvereins und die Vorstellungen der Verwaltung ein gemeinsames Fundament haben. Das hilft sicherlich sehr, den Fortgang des Projektes zu unterstützen.

portraitantweilerMuseumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler. Foto:Olaf StaschikWie sieht Ihrer Meinung nach das Konzept für ein modernes Fabry-Museum aus?

Antweiler: Auf jeden Fall müssen interaktive Komponenten hinein. Es wird Inszenierungen geben. Der Besucher soll neugierig gemacht und im Museum selber aktiv werden. Medizin, Medizingeschichte und Wissenschaft sind spannende Themen, die im neuen Fabry-Museum erlebt werden können.

So wie beispielsweise im Neanderthal-Museum?

Antweiler: Das Neanderthal-Museum ist in der Region natürlich der Leuchtturm. Das ist ein riesengroßes Haus, mit dem wir uns auch nach einer Erweiterung noch nicht auf einer Stufe befinden. Aber es gibt vergleichbare Museen, die umbauen und ausbauen und auch nicht so weit entfernt liegen wie beispielsweise das Röntgen-Museum in Remscheid. Da hat es eine spannende Entwicklung gegeben.

Wie sehr drängt die Zeit, ein neues Haus zu errichten?

Antweiler: Der nächste wichtige Schritt ist, dass der Stadtentwicklungsausschuss und der Kulturausschuss dem städtebaulichen Entwurf in diesem Jahr zustimmen. Es wäre ein großer Schritt nach vorn, das Planungsrecht für die Erweiterung des Museums zu schaffen.

Wie sieht die Finanzierung aus?

Antweiler: Nach den planungsrechtlichen Schritten gilt es zunächst, auf dieser Grundlage eine konkrete Gebäudeplanung zu entwickeln. Erst danach wird man sehen, was die Erweiterung des Museums kostet.

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