Kunst für Kinder

Das Wilhelm-Fabry-Museum hat 48 neue Werke für die Kinder- und Jugendartothek angeschafft. Davon wurden 15 Reproduktionen extra für das Fabry-Jahr 2010 gefertigt. Die Bilder können schon jetzt ausgeliehen werden.

aus: Rheinische Post vom 05.02.2009 von Sandra Köpnick

 

bilderwechselBilderwechsel. Dr. Sandra Abend, Kunsthistorikerin und Leiterin der Kinder- und Jugendartothek, und Dr. Wolfgang Antweiler, Leiter des Wilhelm-Fabry-Museums, zeigen drei der 48 neu angeschafften Bilder. Foto: Olaf StaschikZum 450. Geburtstag von Wilhelm Fabry, dem berühmten Sohn der Stadt und größten deutschen Wundarzt seiner Zeit, hat die Kinder- und Jugendartothek spezielle Werke angeschafft: 15 Kunstdrucke zu den Themen Arzt, Patient und Wundheilung. „Kinder haben schon Erfahrungen mit Ärzten gemacht“ erklärt Dr. Sandra Abend, Kunsthistorikerin und Leiterin der Kinder- und Jugendarthotek. Die Bilder berühmter Künstler aus dem 17. bis 20. Jahrhundert sollen einen Bogen zur heutigen Zeit schlagen.

 

Den Kindern könne gezeigt werden, dass Ärzte heute ganz anders praktizieren und Möglichkeiten haben, die es damals noch nicht gab. Bei der spannenden Zeitreise durch die Kunst entdecken die kleinen Experten oft viele Details. „Die Kinder lernen nebenbei etwas über Komposition und Farbenlehre“,erzählt Abend. Anders als bei der Artothek für Erwachsene, bei der es keine fachliche Beratung gibt, können die Kinder alles erfragen: „Hier lege ich ganz großen Wert darauf, dass eine Kunsthistorikerin berät“, verdeutlicht Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler. Denn der pädagogische Aspekt in der Arbeit mit Kindern steht im Vordergrund. „Deshalb ist es sinnvoll, auf hochwertige Nachdrucke zurückzugreifen“, fügt Antweiler hinzu.

Zu den Reproduktionen für das Fabry-Jahr 2010 gehören zwei Darstellungen des Künstlers Henri Jules Jean Geoffroy, die Aufenthalte im Krankenhaus zeigen: Eine Nonne, die mit einem kranken Kind am Bett sitzt. Das andere Bild thematisiert den Besuchstag im Krankenhaus. Ein Vater wacht am Bett seines kranken Sohnes, während sich im Hintergrund andere Kinder über ihren Besuch freuen. Denn im 19. Jahrhundert konnte man die Kranken nur an bestimmten Tagen besuchen.

Spannend zu beobachten sind auch die verschiedenen Porträts von Ärzten. Einerseits das beeindruckende Gemälde des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch von Max Liebermann im malerischen Kontrast zum Bildnis von Napoleons Leibarzt Larrey, der von Paulin Jean Baptiste Guerins gemalt wurde.

Seit zehn Jahren gibt es die Kinder- und Jugendartothek, in der 250 Arbeiten angeboten werden. Jede Woche können sich die Kinder im Fassraum des Wilhelm-Fabry-Museums Bilder zu bestimmten Themen ansehen. Dabei dürfen sie auch eigene Wünsche äußern und die Schränke nach weiteren Bildern durchstöbern. Ob Erwachsene mit Kindern, Schulklassen oder Kindergartengruppen - Abend stimmt die Informationen zu den Werken immer passend zur Gruppe ab. Eine aktive Betreuung steht im Vordergrund: Nach der Bildbesprechung der Werke kann auch eine Malaktion mit der Leiterin der Kinder- und Jugendartothek im Museum vereinbart werden.

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