Aderlass Becken GroSo schön harmlos schimmernd steht diese Schale am heutigen #depotdienstag da und lässt dabei nicht auf ihren einst blutigen Inhalt schließen. Es handelt sich um ein Aderlass-Becken, zu erkennen an der konkaven Wölbung des Randes, an der der Arm des Patienten abgelegt wurde. Mit einem Schnepper – wir haben euch einen solchen im April gezeigt – wurde die Vene angeritzt, so dass das Blut über den Arm in die Schale abfließen konnte.

Zurückzuführen ist dieses Verfahren auf die in der Antike entwickelte Säftelehre und fand auch zu Zeiten Fabrys Anwendung, bestand der Verdacht auf ein Ungleichgewicht der Körperflüssigkeiten z.B. aufgrund von hohem Fieber. Zwar hat sich die Medizin inzwischen von derlei Theorien abgewandt, jedoch kann der Aderlass bei speziellen Erkrankungen auch heutzutage noch erforderlich sein.

Foto: Peter Siepmann

© 2020, Wilhelm-Fabry-Museum Hilden