Vom 27. September 2026 bis 17. Januar 2027

Ausstellungseröffnung: 27. September 2026, 11:00 Uhr (im Kunstraum Gewerbepark-Süd)

Fotograf Volker Krämer – Der Mensch im Blick

Erstmalig wird das Lebenswerk des in Hilden geborenen Fotojournalisten Volker Krämer umfänglich im Wilhelm-Fabry-Museum, im Kunstraum Gewerbepark-Süd und in der Städtischen Galerie präsentiert.

Seine beachtliche Karriere begann in den 1960er Jahren bei der Rheinischen Post und setzte sich bei dem Magazin Stern fort. Diese endete jedoch 1999 abrupt, als Krämer gemeinsam mit seinem Textkollegen Gabriel Grüner und dem Dolmetscher Senol Alit im Kosovo ermordet wurde.

Nun wird Krämers Nachlass mit bislang unveröffentlichtem Bildmaterial und Dokumenten in drei Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit wird auch ein bisher noch wenig beschriebenes Kapitel der deutschen Mediengeschichte aufgeschlagen.

Volker Krämer gehört zu den profiliertesten deutschen Fotojournalisten der Nachkriegszeit. In seiner mehr als 30 Jahre andauernden Karriere realisierte er rund um den Globus unzählige Reportagen für das Magazin Stern. Krämer war ein fotografischer Allrounder, der die brisante und hochaktuelle Bildreportage genauso beherrschte wie den humorvollen Blick auf das Leben; so sagte er einmal: „Humor ist international.“

EINE FOTOGRAFISCHE REISE ZU DEN MENSCHEN

27.09.–15.11.26

Die Ausstellung im Kunstraum des Gewerbepark-Süd widmet sich dem zentralen Werk von Volker Krämer, der internationalen Fotoreportage. In dem größten Ausstellungsraum Hildens kommt auf 240 m² die narrative Kraft seiner kleinen/leisen und großen/lauten Bilderstecken zum Tragen. So reisen die Besucherinnen und Besucher im Kunstraum einmal um die Welt und können damit auch aktuelle politische Zusammenhänge besser nachvollziehen. Es ist der Traum eines jeden Reporters dabei zu sein, wenn Weltgeschichte passiert. Für Volker Krämer wurde dieser Traum 1968 unter dramatischen Umständen wahr. Beim Besuch von Verwandten in Prag geschieht das Unglaubliche, die Truppen des Warschauer Pakts marschieren in die goldene Stadt ein und beenden mit roher Gewalt den Versuch einer Demokratisierung und Reformierung des bestehenden kommunistischen Systems. In das visuelle Gedächtnis der Menschheit haben sich vor allem Krämers Fotos von der Invasion der Russen in Prag eingebrannt. Mit seiner Kamera hält der junge Fotoreporter der Düsseldorfer Rheinischen Post das Geschehen in Schwarzweißaufnahmen fest, die noch heute zu den Chiffren eines Jahres gehören, das zu einem der bewegtesten des 20. Jahrhunderts werden sollte. Die Filme schmuggelt er nach Deutschland. Zuerst erscheinen die Bilder in der Rheinischen Post, in der Folge aber drucken fast alle großen Blätter die ikonischen Fotos von einer Stadt im Kriegszustand nach. Nur wenige Monate später holt Rolf Gillhausen, der legendäre Fotochef des Sterns, den 25-jährigen Lokalfotografen in die Redaktion. Für die nächsten 30 Jahre reiste Krämer mit seinen Kameras um die Welt. Sein Berichtsspektrum ist breit und bunt. Ölfelder und Umweltverschmutzung in Aserbaidschan, die Trauer um Prinzessin Diana oder der Besuch Helmut Kohls beim japanischen Kaiser Hirohito und immer wieder der Iran und die Türkei. Aber auch harte Themen wie der Krieg in Afghanistan, ein Putsch in Haiti oder die Folgen einer Hungersnot in Äthiopien finden sich auf seinen hunderttausenden Negativen. Sein Freund und Kollege Cornelius Meffert bezeichnete Volker Krämer als „Spezialist für die Wirklichkeit“.

MEDIZIN IM BLICK

27.09.–17.01.27

In diesem Themenblock wird im Wilhelm-Fabry-Museum, das nach dem gleichnamigen Wundarzt und Begründer der modernen Chirurgie benannt wurde, der Blick auf das Thema Helfen und Heilen im Werk von Volker Krämer gerichtet. Es geht um den ganzheitlichen Blick auf den Menschen, der Fürsorge und Achtsamkeit einschließt. In seinem fotografischen Werk finden sich erstaunlich viele medizinische Bildstrecken. So berichtete Volker Krämer über das erste Retortenbaby, über die Schlafforschung, Ärzte, Apotheker sowie Pflegekräfte. Durch die Bespielung der drei individuell geprägten Ausstellungsorte eröffnet sich den Besucherinnen und Besuchern ein vielschichtiger Zugang zur Themenwelt Volker Krämers. So lässt sich sein Leben und Werk auf eine einzigartige Weise nachzeichnen und erfassen, auch um aktuelle lokale und internationale Bezüge besser verstehen zu können. Im Zeitalter der durch KI generierten Bildwelten geht es neben der Faszination für lebendige Reportagen auch um die Sensibilisierung für authentische Bilder und das Wahrheitsversprechen der Fotografie, das zunehmend in Bedrängnis gerät.

VOM RHEIN IN DIE WELT

08.10.–28.11.26

Seine fotografische Reise beginnt thematisch als Präsentation in der Städtischen Galerie in Hilden. Diese Ausstellungsstation mitten im Herzen von Krämers Geburtsstadt beschreibt das Werk zu Beginn seiner Karriere bei der Rheinischen Post. Es ist die Zeit von Zero und Beuys, des Altstadtlebens, aber auch von Karneval, Mode und Werbung, in der sich die rheinische Metropole Düsseldorf zu einem kulturellen Hotspot entwickelt. In der intimen Kabinettausstellung wird das öffentliche gesellschaftliche Leben der 1960er Jahre in seinem ganzen Facettenreichtum vorgestellt.

 

RAHMENPROGRAMM

08.10.26, 18:30 Uhr – SONDERFÜHRUNG

„Vom Rhein in die Welt“ in der Städtischen Galerie durch Anna-Maria Szypulka

Eintritt frei

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09.10.26, 18:00 Uhr – ART & WINE

„Weine weltweit“ - Moderierte Weinprobe. So wie Volker Krämer durch die Welt gereist ist und viele einzigartige Begegnungen mit der Kamera festgehalten hat, so machen auch wir eine Reise durch die Weinwelt und verkosten 5 Weine von 5 Kontinenten. Teilnahme nur mit Anmeldung: www.beteiligung.nrw.de/portal/hilden/startseite

Eintritt: 26 € inkl. Weinverkostung, Brot & Käse

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03.10.26, 15:30–17:00 Uhr – KUNSTCAFÉ

mit Felix Krämer, Sohn des Fotografen

Eintritt: 5 €, erm. 2,50 € inkl. Kaffee und Gebäck

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23.10. und 24.10.26 – TAGUNG

Beginn: 10:30 Uhr

„Bildbericht, Bilddokumentation, Bilderzählung“ im Kunstraum Gewerbepark-Süd. Veranstaltung des Kreises der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte der HHU Düsseldorf in Kooperation mit dem Kulturamt.

Eintritt: 5 €, erm. 2,50 €

Eindrücke