Party, Jazz und Wolkenkratzer - F. Scott Fitzgeralds Albträume der Roaring Twenties

Party, Jazz und Wolkenkratzer - F. Scott Fitzgeralds Albträume der Roaring Twenties

Ort: Fassraum des Wilhelm-Fabry-Museums Benrather Straße 32, 40721 Hilden, Deutschland

Short-Stories und Jazz-Clips live

14. Hildener Literaturkonzert von und mit Peter Welk

11.05.2017 | 19.30 - 21.00 Uhr
Eintritt: 10 Euro inkl. eines Getränks (Wein/Wasser)

Peter WelkPeter Welk„Fitzgeraldisch“ nennt man das dekadente Lebensgefühl des amerikanischen Jahrzehnts zwischen 1920 und 1930, das als „Roaring Twenties“ oder „Jazz Age“ bekannt und berüchtigt geworden ist. Partylust und Aufstiegsgier schufen eine Euphorieblase, in der alles möglich schien: An der Börse ließ sich das schnelle Geld verdienen, todesmutige Abenteurer überflogen den Atlantik, ehrgeizige Hausangestellte avancierten zu Firmenbesitzern, Filmstars wurden zu Halbgöttern hochgeschrien. Francis Scott Fitzgerald, Schriftstellerfreund von Ernest Hemingway, Alkoholiker und wie Hemingway Leitfigur der „Lost Generation“, war der Chronist dieser Ära. Er und seine Frau Zelda wurden als das Vorzeigepaar der Zeit gehandelt, die Verkörperung des amerikanischen Traums. Nachdem die Weltwirtschaftskrise der Dauerparty 1929 ein abruptes Ende bescherte, stimmte F. Scott Fitzgerald den literarischen Abgesang des kollektiven Katers an.
In einer der berühmtesten und entlarvendsten Erzählungen Fitzgeralds, „Junger Mann aus reichem Haus“, nähert sich der Autor einem Problem, dem er zeitlebens nachgespürt hat: der Psychologie des Reichtums. Dieser „sad young man“ hat von Kind auf alles, was er begehrt, und seine Lebenstragödie besteht darin, dass er erwartet, aller Glanz und Besitz müssten ihm ohne Anstrengung zeitlebens erhalten bleiben. Er scheitert an dieser Überheblichkeit. Für Fitzgerald war der reiche junge Mann seiner Geschichte so etwas wie ein Symbol für jene Generation von Glückssüchtigen, denen von der Weltgeschichte die Güter der Erde zugeschanzt worden waren und die sie zwischen ihren Fingern zerrinnen ließen.

Autor und Schauspieler Peter Welk, wird „Junger Mann aus reichem Haus“ anlässlich der Ausstellung „Portraits of Jazz – Musikerfotografien von Barbara Steingießer“ beim Literaturkonzert vorstellen. Zwischen den Szenen werden Jazz-Clips der Zwanziger und Dreißiger Jahre per Video eingespielt: der junge Louis Armstrong, eine Banjo-Girls-Bigband, Fats Waller at his best und was sonst noch Umwerfendes in den Archiven schlummert.

 

 

Für die Besucher der Veranstaltung gibt es eine Extraaktion: Zwei Buttons für die kommenden 22. Hildener Jazztage (13.- 18. Juni) werden verlost!

2017-05-11 19:30:00
2017-05-11 21:00:00