Patienten in Pose – Zur frühen Anwendung der Fotografie in der Medizin

Patienten in Pose – Zur frühen Anwendung der Fotografie in der Medizin

Ort: Fassraum des Wilhelm-Fabry-Museums Benrather Straße 32, 40721 Hilden, Deutschland

Kategorien: Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Eva Brinkschulte, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Lehrbereich Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin

26.10.2017 | 19.30 - 21.00 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Die Nutzung der Fotografie in der Medizin ist so alt wie das Medium selbst. Die Erfindung der Fotografie im Jahre 1839 war ein Teil einer allgemeinen Umwälzung, die seit der Wende zum 19. Jahrhundert danach suchte, wie Realität erfasst werden könnte. Das eigentlich Revolutionäre aber in der damaligen Zeit war, dass es nun erstmals möglich wurde, ein flüchtiges Bild chemisch zu fixieren und damit einen Bildspeicher, eine Art Gedächtnis, zu schaffen. Diese Möglichkeit, den Zeitfluss im Bild zumindest zu bannen, machte das Novum der Fotografie aus.

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Die Entstehung fotografischer Bilderwelten stellte eine kulturelle Praktik dar und markierte den Beginn einer neuen visuellen Gesellschaft. Gleichwohl war sie auch gesellschaftlich präfiguriert in einem wachsenden Bedürfnis nach Bildern, einer regelrechten „Sehsucht“, einem Hunger nach Bildern. Von diesem „stärksten Narkotikum“ des 19. Jahrhunderts, wie Walter Benjamin es nannte, blieb auch die Gelehrtenwelt nicht frei.
Am Beispiel von zwei Medizinern, einem deutschen Orthopäden und einem britischen Psychiater, soll die frühe Nutzung der Fotografie in der Medizin dargestellt und beleuchtet werden und die unterschiedlichen Intentionen, mit denen sich die beiden Ärzte des neuen Mediums bedienten, dargelegt werden.

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