Der Künstler Friedel Warhus (r.) schätzt die Arbeit mit Kindern. Stolz zeigen sie ihre Werke - sie haben selbst Märchen geschrieben. Foto: Olaf StaschikDer Künstler Friedel Warhus (r.) schätzt die Arbeit mit Kindern. Stolz zeigen sie ihre Werke - sie haben selbst Märchen geschrieben. Foto: Olaf Staschik15 Jahre gibt's jetzt die Kinder- und Jugendkunstschule KuKuK. Die Zahl der Teilnehmer hat sich nahezu verdoppelt.
aus Rheinische Post vom 07.04.2015 von Christoph Schmidt

Michaela Fröhling kennt sich mit Kindern aus. Die freundliche Hildenerin ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Selbst in den Ferien beschäftigt sich die 58-Jährige mit Heranwachsenden - in der Kinder- und Jugendkunstschule KukuK.

„Und in der Freizeit mit meinen Enkelkindern“, gesteht Fröhling. Seit 15 Jahren fördert die Stadt Hilden die Kreativität ihrer jungen Einwohner: mit KuKuK, den Ferienangeboten im Wilhelm-Fabry-Museum und in der Stadtbücherei. Und das sehr erfolgreich, wie einige Zahlen zeigen: Die Zahl der KuKuK-Teilnehmer hat sich von 210 auf 2014 von 288 auf 486 nahezu verdoppelt. Seit 2004 werden die Ergebnisse der KuKuK-Kurse in der städtischen Galerie im Bürgerhaus Mittelstraße 40 präsentiert. 2010 kamen an vier Ausstellungstagen 129 Besucher, 2014 an drei Tagen 151. Besonders erfolgreich ist das „Kunstpicknick“: Innerhalb von vier Jahren hat sich die Teilnehmerzahl von 100 auf 330 mehr als verdreifacht.

Michaela Fröhling ist schon seit mehr als zehn Jahren als Dozentin dabei. „Kinder brauchen Ruhe, um experimentieren zu können. Ich finde das ganz wichtig“, sagt die Pädagogin. Dafür fehle in der Schule mit ihrem Stundentakt oft die Zeit. Bei KuKuK sei das anders. „Kinder werden in den Medien überrannt mit Perfektion“, beobachtet die Pädagogin: „Handgemachtes hat Wert und Bestand.“ Diese wichtige Erfahrung hat sie gerade vier Tage lang ihren Schülern im Fabry-Museum vermittelt. Die Sechs- bis 13-Jährigen haben Märchen aufgeschrieben und zum Teil erfunden, illustriert und daraus ein 28 Seiten starkes Buch gemacht. „Ich bin erstaunt, wie viel die Kinder geschrieben haben“, blättert Fröhling begeistert durch die auswendigen und einfallsreichen Arbeiten. Auch ihr Kollege Friedel W. Warhus (beide sind Mitglied im Haus Hildener Künstler) ist fasziniert von der Kreativität der Kinder: „Alle Kinder machen hier gute Sachen. Besonders die Jüngeren fragen nicht viel, sondern fangen einfach an. Das begeistert mich immer wieder.“

Gemeinsam mit den Jungen und Mädchen hat sich der 70-jährige Künstler mit Picasso beschäftigt: „Er hat seinen Kollegen zugerufen: Ihr müsst wie die Kinder werden, dann habt ihr Euer Ziel erreicht.“ Simon hat sich Picassos Friedenstaube zum Vorbild genommen. Er hat den Rumpf allerdings ausgeschnitten, blau angemalt und seiner Taube Flügel aus gefaltetem Papier verpasst. „Ich finde es klasse, dass wir hier kreativ sein können - ohne Noten“, sagt der Zehnjährige: „Das ist wirklich freie Kunst.“ Inga (8) und Elin (7) sind Cousinen. Die Burscheiderin und die Gruitenerin haben die erste Ferienwoche bei den Großeltern in Hilden verbracht und den Kunstkurs im Fabry-Museum besucht. Und wie war?s? Klasse, sind sich beide einig. Inga findet Picasso gut: „Man kann malen, was man will, und es sieht trotzdem gut aus.“

„Ich bin erstaunt, wie viel die Kinder geschrieben haben.“
Michaela Fröhling