Aus Rheinische Post vom 29.08.2014 von Christoph Schmidt

Das Wilhelm-Fabry-Museum feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, unter anderem ab 18. September mit einer Ausstellung über seinen Namensgeber.

Vereinsvorsitzende Nicole Anfang übergibt Museumsleiter Wolfgang Antweiler das historische Buch. RP-Foto: Michael NackeVereinsvorsitzende Nicole Anfang übergibt Museumsleiter Wolfgang Antweiler das historische Buch. RP-Foto: Michael NackeWilhelm Fabry (1560-1634). Hildens berühmtesten Sohn war einer der bekanntesten Wundärzte seiner Zeit und gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie. Der Verein „Unser Hilden" (früher Heimat- und Museumsverein) hat die medizinhistorische Sammlung jetzt mit einer wichtigen Neuerwerbung bereichert. Gestern überreichte Vereinsvorsitzende Nicole Anfang Museumleiter Dr. Wolfgang Antweiler die Schenkung, damit sie in der Ausstellung präsentiert werden kann.

Es handelt sich um das „Theatrum anatonicum" von Caspar Bauhin aus dem Jahr 1605, ein voluminöses, rund 1000 Seiten umfassendes anatomisches Fachbuch auf Latein mit zahlreichen Abbildungen. Bauhin war ein Zeitgenosse Fabrys und Professor für Anatomie und Botanik in Basel. Er hat eine Darmklappe entdeckt, die bis heute nach ihm benannt ist. Bauhin richtete in Basel ein „anatomisches Theater" ein, in dem Leichen öffentlich seziert wurden, berichtet Antweiler. Man muss mehr Kenntnisse vom inneren Aufbau des Körpers haben, um den Menschen helfen zu können: Das sei Fabrys Grundsatz als Arzt gewesen. Fabry und Bauhin seien befreundet gewesen und hätten sich regelmäßig über Wissenschaftliches und auch Persönliches ausgetauscht, erläutert Antweiler: „38 Briefe sind erhalten. Bauhin war für Fabry ganz wichtig. Deshalb bereichert dieses Werk unsere medizinhistorische Sammlung."

194 historische Schriften hat das Museum bereits zusammengetragen, weiß stellvertretender Leiter Bernd Morgner: „Die Fabry-Schriften sind noch nicht komplett." Das liege auch daran, dass Fabry seine Bücher in einer Vielzahl von neuen, „vermehrten" Auflagen herausgebracht habe. Besonders stolz ist das Museum auf zwei, sehr seltene Schriften Fabrys: ein 70 Seiten schmales Buch über die Behandlung von Schusswunden und eine nur 16 Seiten umfassende Schrift über Missbildungen bei Tieren. Antweiler: „Das haben wir bislang nur einmal gesehen und konnten es glücklicherweise erwerben." Der Verein „Unser Hilden" hat das Museum schon mehrfach mit historischen Büchern und Gerätschaften beschenkt, unter anderem mit einem Schädelbohrer. Der Verein hat auch den Sockel für das Fabry-Denkmal auf dem alten Markt bezahlt.