Traversi SelbstbildnisGaspare Traversi
Künstler aus der Schule der neapolitanischen Barockmalerei
* Dezember 1722 oder Januar/Februar 1723 in Neapel; † 1. November 1770 in Trastevere, Rom

Zu seinem lange vergessenen Œuvre gehören Bilder mit religiösen Themen, Porträts und zahlreiche ausdrucksstarke Werke der Genremalerei.
Der Lebenslauf Traversis ist äußerst lückenhaft dokumentiert. Einige Daten und Ereignisse lassen sich aus Bilddatierungen ableiten, andere aus Kirchenregistern, Rechnungen und dergleichen. Zeitgenössische Autoren ließen Traversi fast völlig unerwähnt. Nur Carlo Bianconi, ein Künstler aus Bologna, notierte 1776, also sechs Jahre nach Traversis Tod, in wenigen Zeilen, dass Traversi bei dem seinerzeit berühmten Maler Francesco Solimena in Neapel gelernt habe und später nach Rom gegangen sei.
Schon bald nach seinem Tod geriet Gaspare Traversi fast völlig in Vergessenheit und wurde erst in den 1920er Jahren durch den italienischen Kunsthistoriker Roberto Longhi wieder entdeckt.
Aber auch in den folgenden Jahrzehnten bis in die jüngste Zeit war Traversi in Museen, in Ausstellungen und in der deutschsprachigen Forschung kaum vertreten. Das änderte sich mit der ersten Einzelausstellung, die von der Staatsgalerie Stuttgart zusammen mit dem Museo di Capodimonte in Neapel vorbereitet und 2003 zunächst in Stuttgart, danach in Traversis Geburtsstadt gezeigt wurde.
Heute werden etwa 200 Arbeiten Traversi zugeschrieben, nur 18 davon sind signiert, von ihnen wiederum nur 10 mit einem Datum versehen. Das religiöse Werk umfasst ungefähr 50 Gemälde, zu den profanen Bildern gehören rund 50 Porträts und 100 Genreszenen. Als Urheber seiner Bilder wurden meist andere Maler angenommen.
  • Der Verletzte