lorenzetti-ambrogioIllustration von Giorgio Vasari, 1568Lorenzetti Ambrogio
Italienischer Maler und Freskant
* um 1290 in Siena; † vermutlich 1348 in Siena

Er war der jüngere Bruder von dem berühmten Maler Pietro Lorenzetti, von dem er vermutlich das Handwerk des Malens erlernte und später mit ihm zusammenarbeitete. Ambrogio gehörte mit seinem lyrischen und zugleich rationalistischen Stil zu den Hauptmeistern der Sieneser Gotik. Sein erstes bekanntes Werk ist eine 1319 datierte "Maria mit Kind", die er für die Pfarrkirche S. Angelo in Vico l'Abate bei Florenz geschaffen hat.
Während seines Florentiner Aufenthalts ab etwa 1327 entwickelte Lorenzetti einen sehr viel eigenstänigeren Stil, der nicht mehr an den Maler Duccio angelegt war.
Dieser zeichnet sich durch breite, feste Gestalten, leuchtende Lokalfarbigkeit, große Räumlichkeit und Betonung des Konturs aus.
In der Erfassung von Körpern und Raum scheint er dabei am meisten von Giotto angeregt worden zu sein. Um 1335 folgten die Arbeiten für S. Maria della Scala und 1337- 39 Lorenzettis Hauptwerk das Fresko "Die Gute und die Schlechte Regierung" in der Scala della Pace im Palazzo Pubblico in Siena. Das Werk stellt einerseits eine Allegorie der Guten Regierung vor den Hindergrund Sienas mit den vierundzwanzig Ratsherrn, Soldaten als Ordnungshütern, dem Frieden, allen Tugenden und dem allgemeinen Wohlergehen in Stadt und Umgebung, dar.
Andererseits zeigt das Werk die Folgen der Schlechten Regierung. Es stellt Lasterallegorien, Verwüstungen, Krieg und Unruhestifter in Siena und dessen Umgebung dar. Er offenbart in diesen Freken die noch mittelalterlichen Hierarchievorstellungen und eine sehr episch-dichterische Bildsprache.


  • Die Auswirkungen des Guten Regimentes