Lempicka-TamaraTamara de Lempicka
polnisch-amerikanische Malerin
* 16. Mai 1898 in Warschau als Tamara Gorska; † 18. März 1980 in Cuernavaca / Mexiko

Lempicka verbrachte ihre Jugend in St. Petersburg, wo sie später ihre Ausbildung an der Akademie erhielt.
In Paris studierte sie in den zwanziger Jahren an der Academie Chauffiere bei Maurice Denis und Andre Lhote. Bereits 1922 zeigte sie öffentlich ihre Arbeiten
im "Salon d'Autonome" und 1925 hatte sie die erste Einzelausstellung in Mailand. Lempicka widmete sich vor allem der Bildnismalerei. In unterschiedlichen Variationen zeigte sie in den zwanziger Jahren entindividualisierte, kühle Frauenportraits. Hintergrund und Kleidung sind dabei kubistisch zergliedert. Gegen Ende der zwanziger Jahre wurde ihr Malstil glatter und metallischer. Die Bilder nähern sich der kühlen Ästhetik des Hyerrealismus an.
In ihrer Malerei flossen Elemente der Photographie und der Werbung mit ein. Die androgyn wirkenden Personen präsentieren sich dem Betrachter exhibitionistisch.

Bis 1925 experimentierte sie auch mit den Rollenklischees der Geschlechter. Sie gab sich als Mann aus und nannte sich selber einen Maler. Lempicka trug mit ihrer Arbeit entschieden zur Bildung des neuen Frauenbildes der zwanziger Jahre bei.
Ab Mitte der dreißziger Jahre zeigte Lempicka in ihren Bildern elementare Ängste der Menschen, wie Armut, Flucht und Alter. Die Bilder verloren ihre Härte und Schärfe und verflachten sowohl inhaltlich als auch formal.
1939 flüchtete sie in die USA. Dort versuchte sie in den fünfziger Jahren mit nahezu ungegenständlicher Malerei und in den sechziger Jahren mit spätimpressionistischen Spachtelbildern Fuß zu fassen. Mit diesen Arbeiten blieb sie allerdings erfolglos.
  • Die Schlafende