hine lewis-wickesLewis Wickes Hine
Amerikanischer Zeichenlehrer und sozialdokumentarischer Fotograf
* 26. September 1874 in Oshkosh, Wisconsin; † 4. November 1940 in Hastings-on-Hudson, New York

Der in einem einfachen Restaurantbetrieb in einer Kleinstadt in Wisconsin aufgewachsene Hine verlor 1890, als er die High-School abschloss, durch einen tragischen Unfall seinen Vater. Das folgende Jahrzehnt wurde zu einer schweren Zeit. Hine war als Arbeiter in verschiedenen Bereichen tätig und erlebte selber Zeiten der Arbeitslosigkeit. In dieser Zeit sensibilisierte sich sein Blick für soziale Themen.
Fototechnisch war Hine ein Autodidakt. Mit 29 Jahren brachte sich der Lehrer das Fotografieren selbst bei und holte die Welt für seine Schulkinder ins Klassenzimmer. Er verstand die Kamera als Waffe, um Missstände aufzudecken, sie – im wahrsten Sinne des Wortes – zu zeigen. Er dokumentierte die Kinderarbeit in den USA zu Anfang des 20. Jahrhunderts um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen und den Gesetzgeber zu Gesetzen gegen Kinderarbeit zu bewegen. In diesem Sinne arbeitete er lange Zeit als Fotograf für das National Child Labor Committee (NCLC). Mit dieser Dokumentation für das NCLC gelang Hine ein früher Beitrag zum Genre der sozialdokumentarischen Fotografie.
1930 erhielt er den Auftrag, den Bau des Empire State Buildings photographisch zu begleiten. Zusammen mit seinem Sohn Croydon machte er über 1000 Aufnahmen. Das Projekt dauerte ein halbes Jahr. Hine war damals 56 Jahre alt und wuchs gewissermaßen mit dem Empire State Building mit – mit jedem Stockwerk. Ein Kran hievte ihn etwa in luftiger Höhe weg, als er das Einschlagen des letzten Niet dokumentierte. Hine gab 1932 selbst einen Bildband heraus mit dem Titel Men At Work, in dem er mit seinen Fotos seiner Faszination an der Technik Ausdruck verlieh.
1938 erwarb Beaumont Newhall Hines Arbeiten für das Museum of Modern Art. 1939 zeigte die Riverside Gallery, New York eine Retrospektive seiner Arbeiten.
Lewis Hine starb am 4. November 1940 an den Folgen einer Operation; sein Nachlass kam 1955 ins George Eastman House.
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