gauguin paulSelbstbildnis mit Hut, Winter 1893-1894, Öl auf Leinwand, 46 x 38 cm, Musée d'Orsay, ParisPaul Gauguin
Französischer Maler, Graphiker, Bildschnitzer und Keramiker
* 7. Juni 1848 in Paris; † 8. Mai 1903 in Atuona Hiva Oa (Südsee)

Paul Gauguin verbrachte einige Jahre seiner Kinderzeit im peruanischen Lima. Neben seiner Tätigkeit als Bankkaufmann ab 1871 widmete er sich der Malerei und Bildhauerei. Unter Zusammenschluss mit den Impressionisten beteiligte er sich 1880 an einer Ausstellung in der Pariser Rue des Pyramides Nr. 10 mit Werken wie „Die Gemüsegärtner von Vaugirard" und „Apfelbäume in der Hermitage". 1881 stellte er von Camille Pissarro beeinflusste Arbeiten aus, wie zum Beispiel das Bild „Kleiner Schiffsjunge". 1883 gab er seine Angestelltentätigkeit auf, um sich ausschließlich der Kunst zu widmen.
1886 hatte Gauguin seinen ersten Aufenthalt im bretonischen Pont-Aven, wo er gemeinsam mit Emile Bernard den Synthetismus entwickelte. Die Arbeit mit Vincent van Gogh im Jahre 1888 in Arles mündete in dessen Zusammenbruch. 1889 zeigte der Künstler siebzehn seiner Gemälde innerhalb einer Schau der „impressionistischen und synthetistischen Gruppe" im Café des Art anlässlich der Pariser Weltausstellung.
Ab 1891 verbrachte Gauguin, dem zeitlebens eine Sehnsucht nach Ursprünglichkeit anhaftete, phasenweise Zeit auf Tahiti. Hier schuf der Künstler Werke von hoher Symbolhaftigkeit, wie zum Beispiel „Oh, du bist eifersüchtig!" um 1892 oder die Allegorie auf das menschliche Leben „Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?" von 1897. In seinen großen Figurenbildern versuchte er die menschliche Psyche symbolisch auszudrücken.
Gauguins Stil mit seinen dekorativen Flächen, leuchtenden Farben und ausgeprägten Konturen war maßgeblich beeinflusst durch Paul Cézanne, der Kunst der „Primitiven" und dem japanischen Farbholzschnitt. Charakteristisch für Gauguin ist das Motiv der Freiheit des Menschen vor der Natur sowie die schattenfreie Lichtintensität seiner Bilder. 1901 ließ er sich in Atuona auf der Insel Dominique nieder, wo unter anderem eine Reihe von Holzplastiken entstand. Des Weiteren bilden Keramiken und Skulpturen einen Bestandteil seines Werks. Auch als Schriftsteller betätigte sich Gauguin, woraus 1897 die Veröffentlichungen seiner der Werke „Noa-Noa" und „Avant et Après" 1903 resultierten.
  • Der Reigen der kleinen Bretoninnen
  • Tahitianische Frauen auf einer Bank