Curtis-EdwardEdward Sheriff Curtis
war ein Fotograf, der dreißig Jahre seines Lebens damit verbrachte, die Sitten und Gebräuche der Indianer Nordamerikas darzustellen.
* 16. Februar 1868, in Cold Spring,Wisconsin; † 19. Oktober 1952 in Whittier, Kalifornien

Edward Curtis begeisterte sich schon als Junge für das Fotografieren und baute sich eine Kamera, als die Familie 1874 von Wisconsin nach Minnesota zog. Er begann mit 17 eine Lehre in einem Fotostudio in St. John. Als die Familie 1887 nach Seattle zog, erwarb Curtis eine zweite Kamera und kaufte sich für 150 Dollar in das Fotostudio von Rasmus Rothi ein. Doch trennten sich die beiden nach einem halben Jahr wieder. Zusammen mit Thomas Guptill gründete er wenig später ein neues Studio mit dem Namen Curtis and Guptill, Photographers and Photoengravers. Später gründete er ein eigenes Studio in Seattle. 
1895 machte er die ersten Aufnahmen von Indianern, genauer gesagt von der Princess Angeline genannten Tochter des Duwamish-Häuptlings Sealth (Chief Seattle), deren Name Kikisoblu war (ca. 1800 bis 1896). Wenig später lernte er George Bird Grinnell kennen, der sich schon länger mit der Kultur der Indianer befasste, und der ihn im Jahr 1900 zu einer Fotoreise zu den Blackfeet von Montana mitnahm, wo er eine Sonnentanz-Zeremonie fotografierte.
1896 gewannen Curtis und Guptill eine Auszeichnung der National Photographers Convention in Chautauqua, New York. Das Argus magazine erklärte sie sogar zu den führenden Fotografen im Puget Sound. 1896 bezog die Familie ein größeres Haus in Seattle, in das auch Ellen Sheriff, Curtis' Mutter einzog, dazu kamen Eva und Asahel, Curtis' Geschwister, dazu zwei Schwestern und ein Neffe von Clara. 1899 wurde Curtis offizieller Fotograf der Alaska-Expedition von E. H. Harriman.
Als er von einer Reise nach Alaska zurückkehrend Aufenthalt in Seattle nahm, wurde er in Haft genommen, weil er sieben Jahre lang keinen Unterhalt gezahlt hatte. Doch scheint es zu einem Übereinkommen gekommen zu sein, denn die Anklage wurde fallengelassen. Doch damit waren Curtis' Geldprobleme nicht gelöst. 1928 verkaufte er die Rechte an seinem Projekt an den Sohn J. P. Morgans und 1930 veröffentlichte er den Abschlussband seines gewaltigen Werkes. Doch von der Gesamtauflage wurden nur 280 Exemplare verkauft. Zwei Jahre später ertrank seine ehemalige Frau beim Rudern im Puget Sound. Katherine, die zusammen mit ihr das Fotostudio fortgeführt hatte, zog zu ihrem Vater und ihrer Schwester nach Los Angeles.
1935 verkaufte die Morgan-Gesellschaft für 1.000 Dollar nicht nur 19 Sätze des Bandes, sondern auch alle Druckplatten, die noch ungebundenen Druckseiten und die Glas-Negative an die Charles E. Lauriat Company in Boston. Alles zusammen verblieb jedoch unberührt in den Lagerräumen des Unternehmens, bis zur Wiederentdeckung im Jahr 1972.
Curtis, immer in Geldnöten, versuchte sich als Goldsucher und Farmer. 1947 zog er in das Haus seiner Tochter Beth und ihres Ehemanns Manrod Magnuson in Whittier in Kalifornien. Er starb am 19. Oktober 1952 an einem Herzinfarkt.


  • Der Indianer „Little Hawk“